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Neuauflage:
Das politische System
der Volksrepublik China

Das politische System der Volksrepublik China

3., aktualisierte und überarbeitete Auflage

Die chinesische Regierung ist zu einem der wichtigsten Akteure in der internationalen Politik aufgestiegen. Ohne eine sorgfältige Analyse des politischen Systems ist ein fundiertes Verständnis des Aufstiegs der Volksrepublik China nicht möglich. Welchen Anteil haben politisches System und Staatstätigkeit an der wirtschaftlichen Transformation Chinas? Welche Konsequenzen haben wirtschaftliche Modernisierung und weltwirtschaftliche Integration für das politische System? Ist das politische System zur Anpassung an veränderte ökonomische, technologische, gesellschaftliche und internationale Bedingungen fähig?

Dieses Buch soll zu einem differenzierten Verständnis der Voraussetzungen, Potenziale und Risiken der politischen Entwicklung in China beitragen. Es basiert auf einer umfassenden Auswertung chinesischer Quellen und auf dem neuesten Stand der internationalen Chinaforschung.

"Das politische System der VR China" ist im lokalen Buchhandel sowie bei folgenden Anbietern erhältlich:

AmazonThaliaBücher.deWeltbild, Springer

Das Buch ist jetzt auch in englischer Übersetzung beim Verlag Rowman & Littlefield Publishers erschienen. Bestellungen sind über Amazon möglich. 

Aktualisierungen

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MERICS-Film: Warum uns China interessieren sollte

Globaler Aufsteiger unter der Lupe

Der Aufstieg Chinas zu einer globalen Wirtschaftsmacht ersten Ranges sorgt im Westen bis heute für Erstaunen, mitunter für Beunruhigung. Wie konnte ein von einer Kommunistischen Partei regiertes, in weiten Teilen von bitterer Armut geprägtes Land sich binnen Jahrzehnten so weit modernisieren, dass es den marktwirtschaftlichen Demokratien des Westens heute ernsthaft Konkurrenz macht?

Nicht nur in der Wirtschaft, auch in der internationalen Politik tritt China deutlich selbstbewusster auf: Bei schweren Krisen wie dem Bürgerkrieg in Syrien oder dem Streit um das iranische Atomprogramm ist die Regierung in Peking auf dem diplomatischen Parkett aktiver denn je. Zugleich will sie sich nicht in - ihrer Ansicht nach westlich dominierte - internationale Organisationen einbinden lassen. Stattdessen verfolgt China eigene strategische Interessen, wenn es mit der Seidenstraßen-Initiative neue Kooperationen mit Europa und Afrika anbahnen will oder durch den Bau künstlicher Inseln im Südchinesischen Meer in Bezug auf seine Gebietsansprüche Fakten schafft.

Differenzierte Analyse für ein besseres Verständnis Chinas

Wie war dieser Wandel möglich vom abgeschotteten, maoistischen Reich zur dynamischen, selbstbewussten Weltmacht? In der komplett überarbeiteten, dritten Auflage des Standardwerks „Das politische System der Volksrepublik China“ von Sebastian Heilmann untersuchen neben ihm zahlreiche Autoren des Mercator Instituts für China-Studien, wie Führungszirkel und Institutionen in China heute funktionieren.

Sie analysieren, wie zukunftsfähig der auf leninistisch-marxistischen Prinzipien ruhende Parteienstaat ist und ob das politische und wirtschaftliche System Chinas womöglich sogar ein Modell für das Regieren im 21. Jahrhundert ist.

Auf mehr als 400 Seiten haben die Autoren ihre Erkenntnisse aus der Recherche zahlreicher chinesischer Quellen und dem neuesten Stand der Chinaforschung gebündelt. Pauschale Urteile über China wollen sie entkräften: Weder sei die auf einer Steuerung von oben basierende Wirtschafts- und Politikplanung grundsätzlich „wirkungslos und obsolet“, noch funktioniere das Verhältnis zwischen Staat und Bürgern nach dem Motto „Unterdrücker gegen Unterdrückte“. Soziale Leistungen, das Versprechen von Sicherheit und das Fördern eines chinesischen Nationalstolzes sind vielmehr der Kitt, der im China von heute Staat und Gesellschaft – noch – zusammenhält.

Umwelt, Finanzen, Sozialsysteme: Mit Fallstudien Chinas Politikbetrieb näher kommen

Die häufig in westlichen Medien kursierenden Kennzeichnungen chinesischer Politiker als „Betonköpfe“ oder „Hardliner“ wie andere Klischees auch entlarven die Autoren als wenig hilfreich. Gerade in einer Zeit, in der Führungsfiguren wie der derzeitige Staats- und Parteichef Xi Jinping einerseits einen wirtschaftsfreundlichen Kurs fahren, zugleich aber die Macht wieder stärker auf wenige Köpfe in der chinesischen Führung konzentrieren wollen.

Um ein differenziertes China-Bild zu zeichnen, wurde ein Kapitel völlig neu konzipiert: In Fallstudien wird untersucht, wie die chinesische Politik die drastische Umweltverschmutzung bewältigen will, wie sie auf die globale Finanzkrise reagierte, auf das verheerende Erdbeben in Sichuan oder die Herausforderungen durch Soziale Medien. Die Analysen zeigen: Einfache Erfolgsrezepte gibt es auch in der chinesischen Politik nicht. Denn auch diese funktioniert nicht nach einfachen Befehlshierarchien, wie manche im Westen vielleicht vermuten würden. Verschiedenste Akteure sind im Spiel – von Provinzbehörden, Unternehmen bis zu unzufriedenen Bürgern –, die einen Prozess beeinflussen können. Anders als in westlichen Rechtsstaaten mit den klar geregelten Gesetzgebungsprozessen gehört in China das Experimentieren zur Politik fest dazu. Manchmal wird erst auf regionaler Ebene ausprobiert, was später per Gesetz im ganzen Land eingeführt wird.

Chinas politisches System – Ein zukunftsfähiges Modell?

„Das politische System der Volksrepublik China“ gehört in chinawissenschaftlichen Seminaren seit Jahren zur Pflichtlektüre. Für angeregte Diskussionen dürften dort auch die Szenarien sorgen, die MERICS-Direktor Heilmann im abschließenden Kapitel für die politische Entwicklung Chinas entwirft.

Wird ein unter Führung Xis stärker zentralisierter Parteistaat zu unflexibel sein, um seine Wirtschaft weiter konkurrenzfähig zu halten? Was würde passieren, wenn die Kommunistische Partei zerfiele? Heilmann definiert verschiedene Risiken, welche deren Herrschaft gefährden könnten: Wirtschaftlicher Abschwung, Korruption, lokale Eigeninteressen, hohe Verschuldung kommunaler Regierungen und wachsende soziale Ungleichheit gehören dazu. Mit einem Zerfall Chinas nach dem Muster der Sowjetunion rechnet er ebenso wenig wie mit einer Demokratisierung auf absehbare Zeit. Nur in einem ist er durchweg Optimist: Chinas „agile und ambitionierte Bevölkerung“ werde sogar „unter instabilen Rahmenbedingungen eine große unternehmerische Dynamik entfalten können“.

Die umfassende Auswertung ist so gegliedert, dass das Buch auch als Nachschlagewerk funktioniert. Kernthesen werden in tabellarischen Übersichten zusammengefasst, um dem Leser einen schnellen Zugriff auf die kompakten Informationen möglich zu machen. Hier stellen die MERICS-Autoren zudem regelmäßig Aktualisierungen zu den einzelnen Kapiteln ein. Diese Ergänzungen – in englischer Sprache –  helfen vor allem China-Wissenschaftlern, immer auf dem aktuellen Forschungsstand zu bleiben.

Blick ins Buch

Herausgeber und Autor

Das 2013 gegründete Mercator Institute for China Studies (MERICS)mit Sitz in Berlin ist weltweit eines der größten Institute der gegenwartsbezogenen und praxisorientierten China-Forschung. MERICS ist eine Initiative der Stiftung Mercator.

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