MERICS Experts #12

29. April 2016

Mit dem verlangsamten Wachstum in China ist die Zahl der Proteste und Streiks deutlich gestiegen. Allein in diesem Jahr gab es bereits rund 1.000 Streiks – vor allem im Süden des Landes. Aus Sorge um die soziale Stabilität gingen die Behörden in der Regel hart gegen Streikende vor, sagt Simon Lang, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei MERICS. Die Proteste könnten aber auch das Reformprogramm der Regierung ausbremsen: Denn geplante Massenentlassungen in ineffizienten Staatsbetrieben könnten die sozialen Spannungen weiter verschärfen und die Lage auf dem Arbeitsmarkt noch schwieriger machen. Vielen Arbeitern fehlten zudem die Qualifikationen für einen Neustart, sagt Lang: „Es ist fraglich ob man aus einem Stahlarbeiter einen Dienstleister oder Start-Uper machen kann.“