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China und die USA sind die größten Wirtschaftsmächte weltweit und wichtige Handelspartner. Ihre Wirtschaftsbeziehungen sind jedoch nicht frei von Reibungen. Das wachsende Handelsdefizit mit China ist seit Jahrzehnten ein heiß debattiertes Thema in den USA. US-Präsident Donald Trump wirft China vor, den Amerikanern ihre Jobs zu stehlen. Der Kampf gegen die Flut von „Made in China“-Produkten ist längst zum Schlüsselthema seiner Amtszeit geworden.

Die Handelsbeziehungen zwischen China und den USA haben in diesem Jahr bereits zahlreiche Wendungen genommen. So feuerte die Regierung von Präsident Trump im Januar den ersten Schuss ab, als sie Strafzölle von 30% auf chinesische Solarpaneele und Waschmaschinen verhängte. Sie löste damit einen erbarmungslosen Handelskrieg aus. Die Entscheidung der USA, weitere Zölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte zu erheben, führte zu ersten Vergeltungsmaßnahmen von Seiten Chinas. Während des Sommers lieferten sich die USA und China einen Schlagabtausch. Anfang September war der Konflikt so eskaliert, dass Trump Importzölle auf alle chinesischen Importe androhte. Schließlich aber verkündete die US-Regierung am 12. September, dass eine neue Verhandlungsrunde angestrebt werde, bevor weitere Zölle auf chinesische Importe im Wert von 200 Milliarden US-Dollar erhoben würden.

Der Handelskonflikt zwischen China und den USA fällt in eine Zeit, in der zahlreiche westliche Länder Nervosität zeigen, weil sie die chinesischen Handelspraktiken als unfair erachten. Es häufen sich die Klagen europäischer Staats- und Regierungschefs darüber, dass China noch immer seinen Markt gegenüber ausländischen Wettbewerbern abschirme. Darüber hinaus betrachten sowohl die USA als auch Europa Chinas staatlich geförderte Investitionen in ausländische Hochtechnologieunternehmen mit großer Sorge. Sie sind sich bewusst, dass China auf diese Weise die heimische Industrie technologisch aufrüsten und fit für den Wettbewerb machen will.

Eine transatlantische und gegen China gerichtete Kooperation ist dennoch keine Option für Europa. Denn Trump hat auch einzelne europäische Länder, darunter Deutschland, zu Handelsfeinden erklärt. Unternehmer und Wirtschaftsexperten warnen davor, dass Trumps unilaterales und aggressives Verhalten auf wirtschaftlicher Ebene dem gesamten Welthandel und den internationalen Finanzmärkten schaden werde. Sie sagen voraus, dass der Handelskrieg mit China in den USA zu höheren Preisen führen und die US-Wirtschaft wie einen Bumerang treffen werde.

Aktualisiert am 20.09.2018.