Der weite Weg nach China
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Der weite Weg nach China

Herausforderungen und Potentiale des deutsch-chinesischen Schüler- und Jugendaustauschs

China ist Deutschlands größter Handelspartner, zugleich entwickelt sich das Land zu einem starken Wettbewerber im Ringen um ökonomische Vorherrschaft in Zukunftstechnologien. Die Beschäftigung mit China sollte früh beginnen, doch im Schüler- und Jugendaustausch in Deutschland gehört das Land zu den Exoten: Im Schuljahr 2017/18 gingen knapp 6000 Schüler für einen Auslandsaufenthalt in die USA. Für einen längeren Schulbesuch in China entschieden sich nur 38 Jugendliche.

Im neuen MERICS China Monitor „Der weite Weg nach China – Herausforderungen und Potentiale des deutsch-chinesischen Schüler- und Jugendaustauschs“, analysieren die Autoren Matthias Stepan und Andrea Frenzel, warum die Zahl der deutschen Austauschschüler in China in den vergangenen Jahren stagniert und in manchen Bereichen sogar rückläufig ist. Dazu untersuchten sie schulische und außerschulische Austauschprogramme sowie Individualreisen und befragten Organisatoren und Beteiligte unterschiedlicher Austauschformate zu ihren Erfahrungen, zum Beispiel mit chinesischen Partnern.

Die Forscher identifizierten eine Vielzahl an Hindernissen, die den Schüler- und Jugendaustausch mit China erschweren. So spielt neben finanziellen Hürden und generellen Vorbehalten gegenüber dem unbekannten China auch die große Sprachbarriere eine Rolle. Die Fragmentierung der Austausch-Arten und Angebote machen es schwer, Aktivitäten auf nachhaltige finanzielle und personelle Füße zu stellen.  

Dennoch gibt es bereits heute einige Kooperationen deutscher Schulen mit China, bundesweit sind es rund 300. In Nordrhein-Westfalen unterhalten 70 Lehranstalten Partnerschaften in die Volksrepublik, in Baden-Württemberg sind es 62. Für Kurzaufenthalte reisten in den vergangenen Jahren rund 3000 Schüler pro Jahr nach China. Doch lassen die Ergebnisse der Studie auch darauf schließen, dass die Potenziale derzeit bei weitem nicht ausgeschöpft werden. 

Die Autoren empfehlen eine stärkere finanzielle Förderung von Austauschprogrammen mit China durch Staat und Wirtschaft, insbesondere auch für Schüler aus wirtschaftlich strukturschwachen Regionen und weniger wohlhabenden Elternhäusern. Eine zentrale Anlaufstelle für Fragen rund um Austausch mit China und eine bessere Vernetzung von Schulen, die bereits heute chinabezogene Themen oder Chinesisch-Unterricht anbieten, könne dabei helfen, die Vorteile eines Austauschs mit China und bestehende Förderangebote sichtbarer zu machen.  

Um Schüler- und Jugendaustausch mit China langfristig zu etablieren und auszubauen, so ein zentrales Fazit, muss das Thema China insgesamt noch stärker den Weg in die schulischen Lehrpläne finden. Denn wer sich bereits in der Schule mit China auseinandersetzt, wird eher den Schritt dorthin wagen. 

 

Hier können Sie den China Monitor „Der weite Weg nach China – Herausforderungen und Potentiale des deutsch-chinesischen Schüler- und Jugendaustauschs“ als PDF herunterladen.

Anhang 1: Methoden des MERICS-Forschungsprojekts „Deutsch-chinesischer Schüler- und Jugendaustausch“

Autor(en)

Andrea Frenzel

Expertin für China-Kompetenz an Schulen und ehemalige Projektassistentin