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Ideas and ideologies competing for China's political future

How online pluralism challenges official orthodoxy

Wie keiner seiner Vorgänger seit Beginn der Reformära hat der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping an einer einheitlichen nationalen Ideologie gearbeitet, um die Bürger wieder stärker an die Kommunistische Partei Chinas (KPC) zu binden. Kern dieser Ideologie sind der „China Traum“, die Idee eines starken und global einflussreichen Chinas, und der „Chinesische Weg“ als Gegenmodell zu marktorientierten Demokratien westlicher Prägung.

Die Propagandaoffensive ist in Teilen erfolgreich, aber sie hat bisher aus Sicht der KPC nicht das erwünschte Resultat gebracht: einen breiten gesellschaftlichen Konsens über den künftigen Kurs für China. Wie diese Studie zeigt, gehen die Meinungen in der chinesischen Gesellschaft über Chinas Entwicklungsmodell und seine globale Rolle weit auseinander.

Die Autoren Kristin Shi-Kupfer, Mareike Ohlberg, Simon Lang und Bertram Lang haben Debatten in chinesischen sozialen Medien analysiert und in einer Online-Umfrage in Städten lebende Chinesen befragt. Das Forscherteam hat unter anderem Debatten zum Südchinesischen Meer, zur Rolle des Staates in der Wirtschaft und zu „westlichem“ Einfluss in der Bildung untersucht.

Obwohl die parteistaatliche Propaganda eine dominante Rolle spielt, konnten die Wissenschaftler in populären Foren wie Weibo oder Tianya Net konkurrierende ideelle Strömungen identifizieren, von denen einige von der offiziellen Ideologie abweichen oder diese in Frage stellen. Sogar pro-westliche und liberale Stimmen schafften es immer wieder, sich trotz Chinas Zensur Gehör zu verschaffen.

Der Patriotismus ist ein Thema, das viele Diskussionsteilnehmer verbindet. Aber Chinas Netizens sind uneins über die Grundlagen einer Ideologie der nationalen Stärke. Während eine Strömung China in historischen Traditionen verankert sehen will, sehen andere den technologischen Fortschritt als den einzigen Weg zu globaler Wettbewerbsfähigkeit.

Auch die Einstellungen gegenüber dem  Westen sind ambivalent. Chinas verbreiteter Nationalismus ist nicht identisch mit der anti-westlichen Stimmung, die die KPC-Propaganda zu schüren versucht. In der die Studie begleitenden Umfrage befürworteten 62 Prozent eine stärkere globale Rolle für China. Zugleich hatte eine überwiegende Mehrheit der Befragten eine positive Meinung von Europa (92 Prozent) und den USA (78 Prozent). 75 Prozent sahen die “Verbreitung westlicher Werte” positiv. 1.550 Internetnutzer nahmen im Sommer 2016 an der Umfrage teil.

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Die Autoren

Das 2013 gegründete Mercator Institute for China Studies (MERICS)mit Sitz in Berlin ist weltweit eines der größten Institute der gegenwartsbezogenen und praxisorientierten China-Forschung. MERICS ist eine Initiative der Stiftung Mercator.

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