China geht gegen Missbrauch im Onlinehandel vor

China geht stärker gegen Missbrauch und Betrug im Onlinehandel vor. Händlern soll es künftig verboten sein, Verkaufszahlen zu fälschen und positive Bewertungen künstlich zu generieren. Die Änderungen im Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (Anti-Unfair Competition Law, 中华人民共和国反不正当竞争法) wurden am 4. November vom Nationalen Volkskongress beschlossen und sollen am 1. Januar in Kraft treten.

Die Legislative arbeitet außerdem an Chinas erstem Online-Handelsgesetz (E-Commerce Law, 中华人民共和国电子商务法). Der zweite Entwurf, der am 31. Oktober vorgelegt wurde, soll Verbraucherrechte weiter stärken und enthält eine Registrierungspflicht für Online-Händler bei Gewerbeamt und Steuerbehörden.

China hat mittlerweile den weltweit größten Markt für Internet-Handel. Das rasante Wachstum des Sektors verlief bisher weitgehend unreguliert. Viele Händler verkaufen gefälschte Produkte oder werben mit manipulierten Verkaufszahlen. Viele bezahlen für positive Bewertungen, während sie schlechte Bewertungen entfernen. Chinas Technologie-Riese Alibaba verklagte Ende 2016 den Betreiber der Plattform shatui.com. Shatui wird vorgeworfen, Verkäufern Pseudo-Kunden zu vermitteln, die gegen Geld falsche Transaktionen durchführen und positive Bewertungen schreiben.