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Gesellschaft

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Soziale Gruppen & Medien

Chinas Gesellschaft ist vielfältiger geworden: Einkommensstrukturen, Arbeitsumfelder, Lebensstile und Wertvorstellungen unterscheiden sich immer stärker. Neue Technologien und Soziale Medien ermöglichen neue Formen der Information, Kommunikation und Meinungsbildung. Die sich daraus ergebenen Spannungen und Forderungen setzen die chinesische Regierung zunehmend unter Druck.

Städtische Mittelschichten, insbesondere die sogenannten Professionals (u.a. Rechtsanwälte, Journalisten, IT-Fachkräfte oder Wissenschaftler) haben höhere Ansprüche an die persönliche Lebensqualität entwickelt. Sie kritisieren Missstände in der Verwaltung, die massive Umweltverschmutzung oder mangelnde Lebensmittelsicherheit. Wer kann, bringt sein Vermögen und seine Familie ins Ausland – oder sichert sich zumindest eine permanente Aufenthaltserlaubnis. 

Einkommensschwächere Gruppen wie ländliche Arbeitsmigranten und Bauern ringen mit dem immer noch ungleichen Zugang zu Bildungs- und Sozialsystemen. Zwangsenteignungen, Umweltschäden und Arbeitskonflikte sind die Hauptursachen für eine wachsende Zahl an Protesten in der Volksrepublik.

Um die Herrschaft der Kommunistischen Partei im 21. Jahrhundert zu sichern, braucht Partei- und Staatschef Xi Jinping eine wirtschaftlich dynamische, aber politisch konforme Gesellschaft. Begeisterungsfähige und innovative Privatunternehmer sollen China auf dem Weg zu einem digitalen High-Tech-Land voranbringen. Autonome Interessensorganisation und abweichende politische Ordnungsvorstellungen unterdrückt Beijing rigoros.

In Zeiten der schwächelnden Wirtschaft könnte Chinas Staat nationalistische Stimmungen zur Ablenkung von inneren Problemen mobilisieren. Allerdings geriete die chinesische Regierung dann unter Zugzwang, den rhetorischen Drohgebärden auch Taten folgen zu lassen. 

Das Programm Gesellschaft analysiert die politischen Herausforderungen zunehmender sozialer Spannungen und fokussiert dabei zwei große Fragen:

Chancen und Grenzen sozialer Selbstorganisation:

Trotz zunehmender Kontrolle bietet das Internet zahlreiche Möglichkeiten der Vernetzung. In der non-virtuellen Realität entwickelten insbesondere religiöse Gemeinschaften, demobilisierte Soldaten und unzufriedene Arbeiter eine enorme Mobilisierungskraft.

  • Welche ideellen und organisatorischen Ressourcen besitzen einzelne Gruppen?
  • Welchen direkten oder indirekten Einfluss haben sie auf die chinesische Politik?

Ringen um Informationshoheit und Glaubwürdigkeit:

Was die chinesische Öffentlichkeit über ein Ereignis erfährt und denkt, wird derzeit stärker von den sozialen Netzwerken bestimmt als von staatlich kontrollierten Medien. Die chinesische Führung hat erkannt, dass sie die öffentliche Meinung nicht allein durch Zensurmaßnahmen gewinnen kann.

  • Wie prägen Chinas Netizens Debatten zu relevanten politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen?
  • Wie beeinflusst dies die Kommunikationspolitik der chinesischen Regierung im In- und Ausland?

Mitarbeiter dieses Forschungsprogramms

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