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Cyber Security in China (III)

Standortfaktor Internetsicherheit: Herausforderung für westliche Unternehmen

Ausländische IT-Unternehmen geraten auf dem chinesischen Markt immer stärker unter Druck, denn die chinesische Regierung fördert den Aufbau einer eigenen IT-Industrie und schottet sich gleichzeitig zunehmend von ausländischen Technologien ab. Auf diese Weise ist es Beijing in den vergangenen Jahren gelungen, eine dynamische IT-Industrie mit starken Privatunternehmen entstehen zu lassen. Diese Verzahnung von Politik und Wirtschaft löst bei westlichen Unternehmen Sicherheitsbedenken aus. Darüber hinaus müssen internationale Unternehmen sich den besonderen chinesischen IT-Standards anpassen, wenn sie weiter mit China Geschäfte machen wollen. Im Bereich Soft- und Hardware hat China jüngst gezielt Parallelstandards entwickelt. Dabei fällt jedoch auf, dass chinesische Firmen etablierte IT-Qualitätsvorgaben noch nicht immer einhalten.

Hauke Gierow, wissenschaftlicher Mitarbeiter am MERICS, argumentiert in diesem China Monitor, dass chinesische Software und Apps oft nicht so gut gesichert sind wie Produkte aus dem Westen. Hacker können diese ungeschützten Programme übernehmen und mit Viren infizieren. Beijing wiederum betrachtet ausländische Technologien als Bedrohung der nationalen Sicherheit. Aus Sorge vor Spionage hat die chinesische Regierung deshalb die Verwendung ausländischer IT-Produkte in besonders sicherheitsrelevanten Bereichen bereits streng reguliert.

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Autor(en)

Hauke Gierow

Ehemaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter und Policy Fellow