MERICS Podcast, MERICS Experts header

 

MERICS-Analysen zum Anhören: Das bietet der Podcast von MERICS. Wissenschaftler des MERICS besprechen und analysieren Entwicklungen und Ereignisse in China. Wie ist Chinas Haltung bei den internationalen Klimaverhandlungen einzuordnen? Wie macht sich die chinesische Regierung soziale Medien zunutze? In welchem Zustand befindet sich das politische System der Volksrepublik? In den Interviews geht es um aktuelle Themen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der Volksrepublik. Auch andere China-Experten sind regelmäßig bei MERICS-Experts zu Gast.

Die Redaktion des MERICS Experts Podcasts liegt bei Ruth Kirchner.

Folgen Sie uns auf Soundcloud oder iTunes um immer über unsere aktuellen Podcasts informiert zu werden.
Den RSS-Feed unseres Podcast-Kanals finden Sie hier

Podcast mit Alicia García Herrero

US-Präsident Trump und der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping werden sich voraussichtlich am Wochenende am Rande des G20-Gipfels in Argentinien treffen. Doch es gibt wenig Hoffnung, dass die beiden Präsidenten ein Ende des Handelskriegs ankündigen werden, sagte die in Hongkong ansässige Ökonomin Alicia García Herrero. Sie rechnet damit, dass die beiden Seiten sich höchsten auf einen Waffenstillstand einigen werden, um mehr Zeit für die Entflechtung der beiden Volkswirtschaften zu gewinnen. Worum es bei dem Handelskrieg eigentlich geht, argumentiert García Herrero, sei Hegemonie-Streben, eine Art wirtschaftlicher Kalter Krieg. Europa sei zwischen seinen beiden größten Handelspartnern gefangen. Einige Industriesektoren könnten von mehr Handel mit China profitieren, so die Expertin, aber die EU müsse sich auch bewusst sein, dass der Handelskrieg große Risiken für Europa berge. Hören Sie Alicia García Herrero in der neuen Podcast-Folge von MERICS Experts.

Jane Duckett über Chinas Gesundheitssystem: "Großer Nachholbedarf auf dem Land"

22. November 2018

China hat in den vergangenen 15 Jahren deutliche Fortschritte bei der Gesundheitsversorgung gemacht. Rund 92 Prozent aller Chinesen haben eine grundlegende Krankenversicherung. Dennoch müssen noch große Lücken geschlossen werden -  etwa auf dem Land. Während die Stadtbevölkerung meist Zugang zu modernen Kliniken und gut ausgebildeten Ärzten hat, müssen Menschen auf dem Land oft noch um die medizinische Grundversorgung wie etwa Impfungen kämpfen, stellt  Gesundheitsexpertin Jane Duckett von der University of Glasgow fest. Eine der größten Herausforderungen sei „die Ausbildung von Personal für die medizinische Grundversorgung“, so Duckett im aktuellen MERICS Experts Podcast.

Dieser Podcast ist der zweite Teil unserer Serie zur sozialen Entwicklung in China. Die Serie basiert auf einer aktuellen MERICS-Untersuchung zur chinesischen Sozialpolitik.

Reinhard Bütikofer: Im Umgang mit China Klartext reden

13. November 2018

„Fehlende Marktöffnung, nationalistische Industriepolitik, mangelnde Kooperationsbereitschaft, marktverzerrende Subventionen“ – wenn es um Chinas Wirtschaftspolitik geht, spart der grüne Europaabgeordnete Reinhard Bütikofer nicht mit Kritik. Im Handelsstreit zwischen China und den USA dürfe sich Europa gleichwohl nicht „liebesdienerisch“ den USA an den Hals werfen, warnt er. Die EU müsse ihre eigene Linie finden. Leicht ist das nicht, denn Europa müsse erst lernen, mit einer Stimme zu sprechen, so Bütikofer. „Gerade Deutschland habe lange geglaubt, ewig mit China aus einer Reisschüssel essen zu können.“ Dabei sei es wichtig, im Umgang mit China „Klartext zu reden.“ Erste Anfänge einer gemeinsamen europäischen Linie sieht der Grüne in der geplanten Zusammenarbeit beim Investitions-Screening und in Europas Antwort auf Chinas Seidenstraßen-Initiative. Reinhard Bütikofer im neuen MERICS Experts Podcast.

Stephan Scheuer und Andre Loesekrug-Pietri über „Silicon China“

6. November 2018

Ob digitales Bezahlsystem oder Künstliche Intelligenz – China drückt bei der Digitalisierung mächtig aufs Tempo. Aufstrebende IT-Firmen aus China drängen längst auf den Weltmarkt und setzen europäische High-Tech-Unternehmen zunehmend unter Druck. Warum ist „Silicon China“ so erfolgreich? Droht Europa bei der digitalen Revolution den Anschluss zu verpassen?  Darüber diskutierte Claudia Wessling, Leiterin Publikationen beim MERICS, am 31. Oktober mit dem  langjährigen China-Korrespondenten des Handelsblatts Stephan Scheuer und mit André Loesekrug-Pietri, Sprecher einer deutsch-französischen Innovationsinitiative. Eine gekürzte Fassung der „China Lounge“ jetzt als MERICS Experts Podcast. 

Matthias Stepan: Absolute Armut sinkt, soziale Ungleichheit bleibt

18. Oktober 2018

Offiziell ist die Zahl der Armen in  China in den letzten fünf Jahren um 68 Millionen gesunken. Bei der Bekämpfung der absoluten Armut hat die Volksrepublik also gewaltige Fortschritte gemacht. Sie setzt dabei auf Infrastrukturmaßnahmen, auf das Engagement von Betrieben und auf den Einsatz von IT. Aber, sagt Matthias Stepan, Leiter des Programms Innenpolitik beim MERICS, die soziale Ungleichheit ist trotz der statistischen Erfolge nicht geringer geworden. Offen ist auch, ob die Armutsbekämpfung Bestand haben wird. Denn trotz des Ausbaus der Sozialsysteme kann beispielsweise eine schwere Krankheit eine Familie auch heute noch zurück in die Armut stürzen. Hören Sie Matthias Stepan im neuen Merics Experts Podcast.

Hier finden Sie die Studie "Im Dienste des Volkes. Innovation und IT in der chinesischen Sozialpolitik“ (in englischer Sprache).

Theresa Fallon über Chinas neue Seidenstraße: „Die EU muss vorsichtig sein“

02. Oktober 2018

Als Xi Jinping 2013 seine Idee einer „neuen Seidenstraße“ vorstellte, reagierten viele Europäer zunächst positiv. Vor allem Länder in Mittel- und Südosteuropa hofften auf chinesische Investitionen in ihre Infrastruktur. Heute sieht es etwas anders aus: Weniger Projekte als erhofft wurden auf den Weg gebracht, Kritiker warnen vor wachsenden Schuldenbergen und politischer Beeinflussung durch Peking. Auch Brüssel ist aktiv geworden: Im September stellte die EU-Kommission ihre eigenen Pläne vor, um Europa und Asien besser zu vernetzen. Gleichwohl bleibe die neue Seidenstraße für Europa ein Dilemma, sagt Theresa Fallon von der Brüsseler Denkfabrik CREAS: Wie kann man mit China zusammenarbeiten ohne europäische Werte und Standards aufs Spiel zu setzen? Theresa Fallon im MERICS Experts Podcast: „Die EU muss vorsichtig sein.“

Thomas Eder über Chancen und Risiken der neuen Seidenstraße

26. September 2018

Die neue Seidenstraße, auch als Belt and Road Initiative (BRI) bekannt, wird von manchen als das größte Infrastrukturprogramm seit dem Marshallplan bezeichnet. Vor fünf Jahren wurde sie im September 2013 von Staats- und Parteichef Xi Jinping in Kasachstan angekündigt. Was steckt hinter dem Vorhaben und wie hat es sich entwickelt? Was für Projekte wurden umgesetzt? Und wer profitiert davon? Diesen und weiteren Fragen stellt sich Thomas Eder, wissenschaftlicher Mitarbeiter am MERICS und Experte für Geopolitik in Europa und Asien. Er verantwortet bei MERICS den Belt and Road Tracker, der auf der Grundlage umfangreicher Datensammlungen Fortschritt und Rückschläge der neuen Seidenstraße analysiert. BRI biete Chancen auch für deutsche Unternehmen, sagt Eder,  aber „mittel- und langfristig ist die Neue Seidenstraße eher eine Herausforderung.“

Frank N. Pieke: "Für manche in der Partei ist Xi Jinping zu weit gegangen"

10. September 2018

Jahrelang waren viele China-Beobachter überzeugt, dass die KP China am Widerspruch zwischen einem rigiden politischen System und einer dynamischen Gesellschaftsentwicklung irgendwann scheitern würde. „Aber wir haben uns alle getäuscht“, sagt der neue MERICS-Direktor Frank N. Pieke. Die KP China ist moderner, mächtiger und selbstbewusster als je zuvor, sagt er. Doch Xi Jinping, der sich als mächtigen Staats- und Parteichef feiern lässt, bekommt mittlerweile Gegenwind und dürfte mehr Schwierigkeiten als erwartet haben, sich eine dritte Amtszeit zu sichern. Die Europäer wiederum, sagt Pieke, müssten sich stärker als bisher mit den neuen Realitäten in China auseinandersetzen und mit ihren eigenen, oft divergierenden Interessen. Aus der Sicht Athens oder Duisburgs stellt sich China  anders dar als etwa von Berlin oder Paris aus, sagt er. Hören Sie Frank N. Pieke, seine Sicht auf China und seine Pläne für die Zukunft von MERICS im neuen Merics Experts Podcast.

Martha Bayles: „Hollywood setzt die Meinungsfreiheit aufs Spiel um mit China im Geschäft zu bleiben“

22. Juni 2018

Hollywood kann es sich nicht leisten den riesigen chinesischen Markt zu ignorieren. Aber eine engere Zusammenarbeit mit der chinesischen Filmindustrie ist  nicht immer einfach: Teure Koproduktionen wie „The Great Wall“ von 2016 waren weltweite Flops. In jüngster Zeit hat eine ganze Reihe von Geschäften nicht geklappt. Trotzdem will Hollywood den chinesischen Markt nicht verlieren und ist bereit zu Kompromissen mit der chinesischen Zensur: Mal werden chinesische Film-Charaktere in ein positiveres Licht gerückt, mal chinesische Bösewichte durch nordkoreanische ersetzt. „Hollywood setzt die Meinungsfreiheit aufs Spiel um mit China im Geschäft zu bleiben“, warnt die Filmkritikerin und Boston-College-Dozentin Martha Bayles. Die amerikanische Filmindustrie müsse sich der chinesischen Einflussnahme bewusster werden und klare Grenzen ziehen, argumentiert sie im neuen MERICS Experts Podcast.

Fu King-wa über „Informationskontrolle 3.0“ und Zensur in China

15.06.2018

Einfach nur Webseiten blockieren, das war gestern. Die Internetzensur in China hat sich zu einem komplexen System der Informationskontrolle entwickelt, sagt Professor Fu King-wa vom Journalism and Media Studies Centre an der University of Hong Kong. Fu hat Methoden entwickelt, mit denen sich nachverfolgen lässt, was im chinesischen Internet gelöscht wird. Seine Forschung zeigt: Zensur und Informationskontrolle gehen über politische Themen weit hinaus. Der Raum für freie Meinungsäußerungen sei deprimierend klein. Aber die #MeToo-Debatte in China zeige auch, dass die Behörden nicht alles unterdrücken können. Fu King-wa im neuen MERICS Experts Podcast.