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MERICS-Analysen zum Anhören: Das bietet der Podcast von MERICS. Wissenschaftler des MERICS besprechen und analysieren Entwicklungen und Ereignisse in China. Wie ist Chinas Haltung bei den internationalen Klimaverhandlungen einzuordnen? Wie macht sich die chinesische Regierung soziale Medien zunutze? In welchem Zustand befindet sich das politische System der Volksrepublik? In den Interviews geht es um aktuelle Themen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der Volksrepublik. Auch andere China-Experten sind regelmäßig bei MERICS-Experts zu Gast.

Die Redaktion des MERICS Experts Podcasts liegt bei Ruth Kirchner.

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Jeffrey Ding über Künstliche Intelligenz in China

28. Januar 2019

China will bis 2030 zum Weltmarktführer für Künstliche Intelligenz aufsteigen. Das Land investiert gewaltige Summen in KI-Forschung und Entwicklung. Aber wie realistisch sind Chinas Ambitionen? Und wo steht China in der KI-Entwicklung? Bei Gesichtserkennungstechnologie ist China bereits führend, sagt Jeffrey Ding von der University of Oxford. Aber in vielen anderen Bereichen hinkt China den USA noch hinterher. Denn der einfache Zugang zu riesigen Datenmengen ist in der KI-Entwicklung nicht alles, so Ding im neuen MERICS Experts Podcast.

Adrian Zenz über Umerziehungslager in Xinjiang

Beijings Vorgehen gegen die muslimische Minderheit der Uiguren in der nordwest-chinesischen Provinz Xinjiang hat in den letzten Monaten viel internationale Kritik ausgelöst, vor allem die Inhaftierung von zehn-, vielleicht sogar hunderttausenden Muslimen in Umerziehungslagern. China verteidigt die Lager und andere Überwachungsmaßnahmen als Teil einer Kampagne gegen Terrorismus und religiösen Extremismus. Aber der Wissenschaftler Adrian Zenz, der unzählige Verwaltungsdokumente zu Xinjiang analysiert hat, sieht die Maßnahmen als Teil einer langfristigen Kampagne, die Loyalität gegenüber der KP China erzwingen soll.  Vor allem die Jüngeren „sollen ihre kulturellen und religiösen Wurzeln vergessen“, so Zenz im neuen MERICS Experts Podcast.

Kristin Shi-Kupfer über 40 Jahre Reform- und Öffnung: China ist Rivale und Partner zugleich

13. Dezember 2018

Chinas Transformation vom verarmten Bauernstaat zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hat viele Grundannahmen auf den Kopf gestellt: Ein rigides Einparteiensystem und eine dynamische Wirtschaftsentwicklung stehen nicht zwangsläufig im Widerspruch; wirtschaftlicher Aufstieg und mehr Wohlstand führen nicht automatisch zu einer politischen Öffnung. Die KP China ist anpassungsfähiger als viele erwartet haben, sagt Kristin Shi-Kupfer, Leiterin des Forschungsbereichs Politik, Gesellschaft und Medien beim MERICS, in ihrer Bilanz zu 40 Jahre Reform- und Öffnungspolitik. Die wirtschaftliche Öffnung hat die KPC geschickt genutzt und ist mittlerweile nicht nur Partner, sondern auch Rivale des Westens. Doch unter Xi Jinping droht sich das Land innenpolitisch wieder stärker zu verschließen, sagt Shi-Kupfer im neuen Merics Experts Podcast.

Alicia García Herrero: Worum es beim Handelskrieg zwischen den USA und China wirklich geht (Englisch)

28. November 2018

Das Treffen von US-Präsident Trump und dem chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping am Rande des G20-Gipfels in Argentinien brachte kein Ende des Handelskriegs, sondern nur einen Waffenstillstand. Die in Hongkong ansässige Ökonomin Alicia García Herrero meint, dass beide Seiten die Waffenruhe nutzen werden, um die Entflechtung der beiden Volkswirtschaften voranzutreiben. Worum es bei dem Handelskrieg eigentlich geht, argumentiert García Herrero, sei Hegemonie-Streben, eine Art wirtschaftlicher Kalter Krieg. Europa sei zwischen seinen beiden größten Handelspartnern gefangen. Einige Industriesektoren könnten von mehr Handel mit China profitieren, so die Expertin, aber die EU müsse sich auch bewusst sein, dass der Handelskrieg große Risiken für Europa berge. Hören Sie Alicia García Herrero in der neuen Podcast-Folge von MERICS Experts.

Jane Duckett über Chinas Gesundheitssystem: "Großer Nachholbedarf auf dem Land"

22. November 2018

China hat in den vergangenen 15 Jahren deutliche Fortschritte bei der Gesundheitsversorgung gemacht. Rund 92 Prozent aller Chinesen haben eine grundlegende Krankenversicherung. Dennoch müssen noch große Lücken geschlossen werden -  etwa auf dem Land. Während die Stadtbevölkerung meist Zugang zu modernen Kliniken und gut ausgebildeten Ärzten hat, müssen Menschen auf dem Land oft noch um die medizinische Grundversorgung wie etwa Impfungen kämpfen, stellt  Gesundheitsexpertin Jane Duckett von der University of Glasgow fest. Eine der größten Herausforderungen sei „die Ausbildung von Personal für die medizinische Grundversorgung“, so Duckett im aktuellen MERICS Experts Podcast.

Dieser Podcast ist der zweite Teil unserer Serie zur sozialen Entwicklung in China. Die Serie basiert auf einer aktuellen MERICS-Untersuchung zur chinesischen Sozialpolitik.

Reinhard Bütikofer: Im Umgang mit China Klartext reden

13. November 2018

„Fehlende Marktöffnung, nationalistische Industriepolitik, mangelnde Kooperationsbereitschaft, marktverzerrende Subventionen“ – wenn es um Chinas Wirtschaftspolitik geht, spart der grüne Europaabgeordnete Reinhard Bütikofer nicht mit Kritik. Im Handelsstreit zwischen China und den USA dürfe sich Europa gleichwohl nicht „liebesdienerisch“ den USA an den Hals werfen, warnt er. Die EU müsse ihre eigene Linie finden. Leicht ist das nicht, denn Europa müsse erst lernen, mit einer Stimme zu sprechen, so Bütikofer. „Gerade Deutschland habe lange geglaubt, ewig mit China aus einer Reisschüssel essen zu können.“ Dabei sei es wichtig, im Umgang mit China „Klartext zu reden.“ Erste Anfänge einer gemeinsamen europäischen Linie sieht der Grüne in der geplanten Zusammenarbeit beim Investitions-Screening und in Europas Antwort auf Chinas Seidenstraßen-Initiative. Reinhard Bütikofer im neuen MERICS Experts Podcast.

Stephan Scheuer und Andre Loesekrug-Pietri über „Silicon China“

6. November 2018

Ob digitales Bezahlsystem oder Künstliche Intelligenz – China drückt bei der Digitalisierung mächtig aufs Tempo. Aufstrebende IT-Firmen aus China drängen längst auf den Weltmarkt und setzen europäische High-Tech-Unternehmen zunehmend unter Druck. Warum ist „Silicon China“ so erfolgreich? Droht Europa bei der digitalen Revolution den Anschluss zu verpassen?  Darüber diskutierte Claudia Wessling, Leiterin Publikationen beim MERICS, am 31. Oktober mit dem  langjährigen China-Korrespondenten des Handelsblatts Stephan Scheuer und mit André Loesekrug-Pietri, Sprecher einer deutsch-französischen Innovationsinitiative. Eine gekürzte Fassung der „China Lounge“ jetzt als MERICS Experts Podcast. 

Matthias Stepan: Absolute Armut sinkt, soziale Ungleichheit bleibt

18. Oktober 2018

Offiziell ist die Zahl der Armen in  China in den letzten fünf Jahren um 68 Millionen gesunken. Bei der Bekämpfung der absoluten Armut hat die Volksrepublik also gewaltige Fortschritte gemacht. Sie setzt dabei auf Infrastrukturmaßnahmen, auf das Engagement von Betrieben und auf den Einsatz von IT. Aber, sagt Matthias Stepan, Leiter des Programms Innenpolitik beim MERICS, die soziale Ungleichheit ist trotz der statistischen Erfolge nicht geringer geworden. Offen ist auch, ob die Armutsbekämpfung Bestand haben wird. Denn trotz des Ausbaus der Sozialsysteme kann beispielsweise eine schwere Krankheit eine Familie auch heute noch zurück in die Armut stürzen. Hören Sie Matthias Stepan im neuen Merics Experts Podcast.

Hier finden Sie die Studie "Im Dienste des Volkes. Innovation und IT in der chinesischen Sozialpolitik“ (in englischer Sprache).

Theresa Fallon über Chinas neue Seidenstraße: „Die EU muss vorsichtig sein“

02. Oktober 2018

Als Xi Jinping 2013 seine Idee einer „neuen Seidenstraße“ vorstellte, reagierten viele Europäer zunächst positiv. Vor allem Länder in Mittel- und Südosteuropa hofften auf chinesische Investitionen in ihre Infrastruktur. Heute sieht es etwas anders aus: Weniger Projekte als erhofft wurden auf den Weg gebracht, Kritiker warnen vor wachsenden Schuldenbergen und politischer Beeinflussung durch Peking. Auch Brüssel ist aktiv geworden: Im September stellte die EU-Kommission ihre eigenen Pläne vor, um Europa und Asien besser zu vernetzen. Gleichwohl bleibe die neue Seidenstraße für Europa ein Dilemma, sagt Theresa Fallon von der Brüsseler Denkfabrik CREAS: Wie kann man mit China zusammenarbeiten ohne europäische Werte und Standards aufs Spiel zu setzen? Theresa Fallon im MERICS Experts Podcast: „Die EU muss vorsichtig sein.“

Thomas Eder über Chancen und Risiken der neuen Seidenstraße

26. September 2018

Die neue Seidenstraße, auch als Belt and Road Initiative (BRI) bekannt, wird von manchen als das größte Infrastrukturprogramm seit dem Marshallplan bezeichnet. Vor fünf Jahren wurde sie im September 2013 von Staats- und Parteichef Xi Jinping in Kasachstan angekündigt. Was steckt hinter dem Vorhaben und wie hat es sich entwickelt? Was für Projekte wurden umgesetzt? Und wer profitiert davon? Diesen und weiteren Fragen stellt sich Thomas Eder, wissenschaftlicher Mitarbeiter am MERICS und Experte für Geopolitik in Europa und Asien. Er verantwortet bei MERICS den Belt and Road Tracker, der auf der Grundlage umfangreicher Datensammlungen Fortschritt und Rückschläge der neuen Seidenstraße analysiert. BRI biete Chancen auch für deutsche Unternehmen, sagt Eder,  aber „mittel- und langfristig ist die Neue Seidenstraße eher eine Herausforderung.“