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MERICS-Analysen zum Anhören: Das bietet der Podcast von MERICS. Wissenschaftler des MERICS besprechen und analysieren Entwicklungen und Ereignisse in China. Wie ist Chinas Haltung bei den internationalen Klimaverhandlungen einzuordnen? Wie macht sich die chinesische Regierung soziale Medien zunutze? In welchem Zustand befindet sich das politische System der Volksrepublik? In den Interviews geht es um aktuelle Themen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der Volksrepublik. Auch andere China-Experten sind regelmäßig bei MERICS-Experts zu Gast.

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„30 Jahre nach Tiananmen sind soziale Bewegungen in China unwahrscheinlich geworden“

13. Juni 2019

MERICS und die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb erinnerten am 3. Juni in Berlin mit einer Podiumsveranstaltung an die chinesische Demokratie- und Protestbewegung im Frühjahr 1989. Führende Chinaexperten aus Deutschland und den USA diskutieren die Bedeutung des 4. Juni 1989 für die aktuellen Entwicklungen in China mit Kristin Shi-Kupfer, Leiterin des Programmbereichs Politik, Gesellschaft und Medien am MERICS.

Professor Perry Link von der Princeton University und Herausgeber der Tiananmen-Papers, lebte im Frühjahr 1989 in Peking. Für ihn markiert die Niederschlagung der Proteste vom 4. Juni einen Wendepunkt in der Geschichte Chinas. „Die kommunistischen Führer, die sahen, dass ihre sozialistische Ideologie jetzt nutzlos war, setzten fortan auf ungezügeltes Geldverdienen, eine enge Form des Nationalismus und die Unterdrückung freien Denkens. Diese giftige Mischung hat China an den Rand eines Abgrunds gebracht.“ Felix Lee, langjähriger China-Korrespondent der taz und von Zeit-Online, sagt: „Wohlstand statt Freiheit - 30 Jahre nach Tiananmen funktioniert diese Formel immer schlechter. China dürfte schon bald wieder vor einer Zäsur stehen".

Professorin Sandra Heep, Expertin für chinesische Wirtschaft an der Hochschule Bremen, argumentiert: “In den 30 Jahren nach den Tiananmen-Protesten hat China immense wirtschaftliche Erfolge erzielt. Heute aber wachsen mit der zunehmenden politischen Repression auch die wirtschaftlichen Risiken.” Die Panelisten sind sich einig, dass soziale Bewegungen in naher Zukunft unwahrscheinlicher geworden sind. „Es kann aber immer etwas unvorhersehbares geschehen“, gibt Professor Daniel Leese, Sinologe und Historiker an der Universität Freiburg, zu bedenken.

Jörg Wuttke über die Zukunft der EU-China Beziehungen (Englisch)

29. Mai 2019

Seit kurzer Zeit können internationale Unternehmen in China auch eigenständig Großprojekte umsetzen. BMW sicherte sich Ende 2018 erstmals eine Mehrheitsbeteiligung an einem Joint-Venture mit einem chinesischen Partner. Anfang des Jahres dann gab der Chemiekonzern BASF sein zehn Millionen Dollar-Investment für einen neuen Verbundstandort in Guangdong bekannt. China öffnet seinen Markt dort, wo es von prestigeträchtigen Partnern profitieren kann, sagt Old China Hand Jörg Wuttke, Geschäftsführer und Generalbevollmächtigter von BASF China und neugewählter Präsident der Europäischen Handelskammer in Beijing. Er spricht in der China-Lounge mit Kerstin Lohse-Friedrich und Frank N. Pieke u.a. über neue Chancen und alte Risiken in den europäisch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen sowie über den Handelsstreit zwischen China und den USA. Hören Sie den Mitschnitt der MERICS-Veranstaltung am 7. Mai 2019 im neuen Podcast.

Stephan Schütz: 20 Jahre Architektur in China

10. Mai 2019

Mit der wirtschaftlichen Öffnung Chinas entwickelte sich in den 90er Jahren ein rasanter Bauboom. Ausländische Architekturfirmen erhielten dort Möglichkeiten zu Großprojekten wie in kaum einem anderen Land. In jüngerer Zeit verändert sich das Umfeld: Präsident Xi Jinping kritisierte für „China unpassende“ Architektur und löste damit eine Debatte über eine Rückbesinnung auf eine traditionelle chinesische Bauweise aus. Stephan Schütz, Partner bei dem renommierten deutschen Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner, spricht in der „China Lounge“ mit Claudia Wessling, Leiterin Publikationen am MERICS, über seine Begegnungen mit dem chinesischen Bauhandwerk und das Abenteuer, das Beijinger Nationalmuseum umzubauen.

Chloé Froissart: “Arbeiterbewegungen sind für die KPC besonders heikel”

30. April 2019

Die chinesische Regierung verstärkt seit geraumer Zeit den Druck auf Arbeiterbewegungen. In der Industriemetropole Shenzhen wurden im Juli 2018 Mitarbeiter einer Schweißmaschinenfirma festgenommen, nachdem sie versucht hatten, eine eigene Gewerkschaft zu gründen. Viele sind bis heute in Haft. Trotz des harten Vorgehens gegen Aktivisten regt sich weiter punktuell Widerstand in der chinesischen Arbeitnehmerschaft: Die jüngsten Proteste in sozialen Medien gegen zu lange Arbeitszeiten in der Technologiebranche zeigen, dass sich Arbeitnehmer ihrer Rechte bewusst werden und schlechte Arbeitsbedingungen nicht mehr hinnehmen wollen. In diesem Podcast zum Tag der Arbeit spricht die französische Forscherin Chloé Froissart mit Claudia Wessling unter anderem über das Dilemma der offiziellen chinesischen Gewerkschaften, die Forderungen der Arbeitnehmer gerecht werden wollen - und gleichzeitig loyal zur KPC stehen müssen.

Frank Pieke: Risiken und Chancen bei der Forschungszusammenarbeit mit China

16. April 2019

Chinas wissenschaftliche und technische Fortschritte reichen von einem ambitionierten Raumfahrtprogramm bis hin zu umstrittenen Gen-Manipulationen. Aber die Forschungszusammenarbeit mit China kann Europas Wissenschaftler auch viele Vorteile bringen. Doch wo sollen sie roten Linien ziehen, wo liegen die größten Risiken? Europa war bislang naiv im Umgang mit Chinas strategischen Forschungsinteressen, sagt MERICS-Direktor Frank Pieke, Co-Autor einer neuen Studie über Forschungszusammenarbeit zwischen Europa und China. Europa müsse jetzt dringend auch in diesem Bereich seine eigene Strategie für den Umgang mit China entwickeln um seinen eigenen Interessen besser zu schützen, sagt Pieke im neuen Merics Experts Podcast.

Eine Kurzfassung der Studie auf Deutsch können Sie hier herunterladen. Die komplette Studie auf Englisch finden Sie hier.

Kristin Shi-Kupfer: „China will mit der Digitalisierung seinen globalen Einfluss ausbauen“

8. April 2019

China gibt für die Entwicklung digitaler Technologien viel Geld aus. Denn Beijing will mit der Digitalisierung die eigene Industrie aufwerten, die innenpolitische Kontrolle verstärken und zu einer Technologie-Supermacht aufsteigen, sagt Kristin Shi-Kupfer, die bei MERICS den Forschungsbereich Politik, Gesellschaft und Medien leitet. Zusammen mit Mareike Ohlberg, wissenschaftliche Mitarbeiterin am MERICS, zeigt  Shi-Kupfer in einer neuen Studie wie die Digitalisierung in China vor allem vom Staat und der Kommunistischen Partei vorangetrieben wird, wobei die enge Zusammenarbeit zwischen Partei, Staat und privaten Unternehmen eine Schlüsselrolle spielt. Für Europa stellt die Entwicklung in China eine gewaltige Herausforderung dar, sagt Shi-Kupfer. Aber es gebe auch Chancen für Zusammenarbeit. Hören Sie Kristin Shi-Kupfer im neuen MERICS Experts Podcast.

Systemwettbewerb oder Partnerschaft?

27. März 2019

Die Veröffentlichung des BDI-Grundsatzpapiers zum künftigen Umgang der deutschen Wirtschaft mit China hat seit Januar für heftige Kontroversen gesorgt. Dem DIHK gingen die Forderung nach einem härteren Kurs gegenüber China teilweise zu weit, andere hätten sich noch klarere Worte gewünscht. Bei einem gemeinsamem Lunch-Talk von MERICS und Global Bridges am 28. Februar 2019 diskutierte der stellvertretende Direktor von MERICS Mikko Huotari mit Stefan Mair, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des BDI, und dem Außenwirtschaftschef des DIHK Volker Treier über den Umgang der deutschen Wirtschaft mit China. Hören Sie einen gekürzten und bearbeiteten Mitschnitt der Veranstaltung im neuen MERICS Experts Podcast.

Kai Strittmatter: "Die chinesische Diktatur verpasst sich ein digitales Update"

22. März 2019

China baut derzeit systematisch einen digitalen Überwachungsstaat auf und verpasst der Einparteien-Diktatur damit ein digitales Update, sagt der langjährige China-Korrespondent und Buchautor Kai Strittmatter. Die KPC China nutze dabei das tiefverwurzelte Misstrauen in der Gesellschaft für ihre Herrschaftszwecke. Warum Strittmatter trotzdem gern in China gearbeitet hat und das chinesische Essen vermissen wird – er lebt jetzt in Kopenhagen – das erläuterte er am 25. Februar 2019 vor rund 150 Gästen in der Merics China Lounge im Gespräch mit MERICS-Kommunikationschefin Kerstin Lohse und Mareike Ohlberg, wissenschaftliche Mitarbeiterin am MERICS. Hören Sie einen gekürzten Mitschnitt der Veranstaltung im neuen MERICS Experts Podcast.

Lucrezia Poggetti: Roms Beitritt zur Seidenstraße legitimiert Beijings Ambitionen

Wenn Chinas Präsident Xi Jinping diese Woche seine Europa-Reise beginnt, richtet sich die Aufmerksamkeit vor allem auf Italien. Denn die italienische Koalitionsregierung will der chinesischen Seidenstraßen-Initiative BRI beitreten, dem ambitionierten, aber umstrittenen Unterfangen globale Handelswege auszubauen. Italiens Unterstützung für Xis wichtigstes außenpolitisches Projekt stößt innerhalb der EU auf Kritik. Denn Skepsis gegenüber der Seidenstraßen-Initiative sei in den letzten Monaten deutlich gewachsen, sagt Lucrezia Poggetti, wissenschaftliche Mitarbeiterin am MERICS. Italiens Vorstoß legitimiere Chinas geopolitischen Ambitionen und unterlaufe Bemühungen der EU, sich in Sachen China besser abzustimmen, erläutert Poggetti im neuen Merics Experts Podcast.

Agatha Kratz und Mikko Huotari: Die EU verstärkt die Überprüfung chinesischer Investitionen in Europa

6. März 2019

Chinesische Direktinvestitionen in Europa sind im vergangenen Jahr erneut zurückgegangen - um 40 Prozent auf 17,3 Milliarden Euro, heißt es in einer neuen Studie von MERICS und Rhodium Group. Dies spiegelt den weltweiten Rückgang chinesischer Investitionen wider und lässt sich auf anhaltende Kapitalkontrollen und eine Verknappung der Liquidität in China zurückführen. Eine wachsende Rolle spielten jedoch auch neue Regularien zur Überprüfung von chinesischen Auslandsinvestitionen auf Sicherheitsrisiken in verschiedenen europäischen Empfängerländern. Diese hätten Investitionen verzögert oder sogar verhindert, betonen die Autoren der aktuellen Studie. Agatha Kratz (Rhodium Group) und Mikko Huotari (MERICS) diskutieren die aktuellen Investitionszahlen und den Umbruch in Europas Haltung gegenüber China im neuen MERICS Experts Podcast.

Sie können die gesamte Studie “Chinese FDI in Europe: 2018 Trends and impact of new screening policies” hier auf Englisch online lesen.