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MERICS-Analysen zum Anhören: Das bietet der Podcast von MERICS. Wissenschaftler des MERICS besprechen und analysieren Entwicklungen und Ereignisse in China. Wie ist Chinas Haltung bei den internationalen Klimaverhandlungen einzuordnen? Wie macht sich die chinesische Regierung soziale Medien zunutze? In welchem Zustand befindet sich das politische System der Volksrepublik? In den Interviews geht es um aktuelle Themen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der Volksrepublik. Auch andere China-Experten sind regelmäßig bei MERICS-Experts zu Gast.

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Helena Legarda: “Einen militärischen Konflikt um Taiwan will zurzeit niemand“ (Englisch)

6. August 2019

Zum erstmal Mal seit vier Jahren hat Beijing ein umfassenderes Weißbuch zur Verteidigungspolitik veröffentlicht. Während viele Inhalte bereits aus vorherigen Strategiepapieren bekannt sind, schlägt China gegenüber den USA und Taiwan deutlich harschere Töne als bislang an, berichtet MERICS-Forscherin und Autorin des MERICS China Global Security Trackers Helena Legarda. In der neuesten Ausgabe des MERICS Experts Podcast analysiert sie, wie sich Beijing mit seinem Weißbuch international als verantwortungsbewusstes und aktives Mitglied der internationalen Gemeinschaft präsentieren möchte.

Chinas digitaler Aufstieg: Herausforderungen für Europa

2. August 2019

Chinas digitale Offensive im In- und Ausland ist eine Herausforderung für Europa. Schon bald könnte das Land zum Weltmarktführer in digitalen Schlüsseltechnologien werden. Chinesische Firmen treiben zunehmend die Entwicklung von Anwendungen neuer Technologien wie der Blockchain, des Internets der Dinge oder des Mobilfunkstandards 5G und prägen zunehmend internationale Standards. Chinas digitale Offensive dient auch einem politischen Ziel: China soll eine globale Wissenschafts- und Technologiemacht werden.

Wie soll Europa mit dieser Herausforderung umgehen? Welche Folgen hat Chinas digitaler Aufstieg für die europäische Politik, Wirtschaft und Sicherheit?

Mit diesem spannenden Thema hat sich kürzlich eine Podiumsdiskussion am MERICS befasst. MERICS-Forscherin Kristin Shi-Kupfer, Autorin einer aktuellen Studie zu Chinas digitalem Aufstieg und dessen Folgen für Europa, diskutierte mit Stefan Heumann, Vorstandsmitglied der Stiftung Neue Verantwortung und Rebecca Weiss, Leiterin Vertrauen & Sicherheit beim Bitkom-Verband. Moderiert wurde das Gespräch von mir, Claudia Wessling, Leiterin Publikationen am MERICS. In diesem Podcast hören Sie eine gekürzte Fassung. Viel Spaß!

Yuen Chan zu Demonstrationen in Hongkong und der Rolle der Medien (Englisch)

23. Juli 2019

Seit rund sieben Wochen demonstrieren Menschen in Hongkong gegen das umstrittene Auslieferungsgesetz und die kontinuierliche Aushöhlung von Hongkongs Autonomie. Außerdem verlangen die Demonstranten eine unabhängige Untersuchung möglicher Polizeigewalt bei früheren Kundgebungen. Am 21. Juli kam es am Rande erneuter regierungskritischer Massenproteste zu Krawallen. Es war das erste Mal, dass sich der Protest nicht mehr nur gegen die Hongkonger Regierung, sondern auch direkt gegen China richtete. 

Yuen Chan von der City University in London, die lange als Journalistin, Kolumnistin und Dozentin für Journalismus in Hongkong tätig war, spricht mit Kerstin Lohse-Friedrich, Leiterin Kommunikation am MERICS, über das blutige Wochenende in Hongkong und die besondere Rolle der Medien in der aktuellen Situation. Sie argumentiert, dass es für Journalisten in Hongkong besonders wichtig sei, dass sie das Narrativ formen und die Geschichte von Hongkong erzählen. Sie rät: „Überlasst es nicht Anderen, Eure Geschichte zu erzählen!“
 

Tom Bayes über Chinas Rolle im afrikanischen Technologie-Sektor (Englisch)

9 Juli 2019

Die Rolle Chinas in Afrika wird häufig auf Infrastruktur und Ressourcen reduziert. Dabei wird der wachsende Einfluss Chinas auf den afrikanischen Technologie-Sektor übersehen. Staatliche und private Unternehmen aus China treten in Afrika als Anbieter von Telekommunikationsinfrastruktur und Unterhaltungselektronik auf, exportieren aber auch Überwachungstechnologien an Regierungen. „Es ist wichtig, dass wir ein differenziertes Verständnis von den positiven und negativen Auswirkungen dieser Entwicklungen bekommen,“ sagt China-Afrika-Experte Tom Bayes, ehemaliger Visiting Academic Fellow am MERICS, im neuen MERICS Experts Podcast.

Podiumsdiskussion zu Made in China 2025

4. Juli 2019

Anlässlich der Präsentation der neuen MERICS-Studie zu Chinas Made in China 2025 Strategie diskutierte Autor Max J. Zenglein mit Markus Heß, Leiter Unterabteilung Industrie und Mobilität der Zukunft im BMWi, Dr. Thomas Hueck, Chef-Volkswirt der Robert Bosch GmbH, Oliver Wack, Area Manager East Asia, VDMA Foreign Trade und Jörg Wuttke, Präsident der Europäischen Handelskammer in China, über die Bedeutung der chinesischen Innovationsoffensive für Deutschland und Europa. Kerstin Lohse-Friedrich, Leiterin Kommunikation am MERICS, moderierte die Veranstaltung.

Zentrale Fragen der Diskussion waren: Was hat die Made in China 2025-Strategie seit 2015 am Umgang mit China verändert? Welche Technologien aus Deutschland sind durch Chinas Streben nach einer Verlagerung globaler Wertschöpfungsketten in Gefahr? Und Wie können sich Deutschland und Europa für den Wettstreit mit China wappnen? Einen gekürzten Mitschnitt der Veranstaltung am 2. Juli hören Sie im neuen MERICS Experts Podcast.

Die Studie „Evolving Made in China 2025: China‘s industrial policy in the quest for global tech leadership“ finden Sie hier.

„30 Jahre nach Tiananmen sind soziale Bewegungen in China unwahrscheinlich geworden“

13. Juni 2019

MERICS und die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb erinnerten am 3. Juni in Berlin mit einer Podiumsveranstaltung an die chinesische Demokratie- und Protestbewegung im Frühjahr 1989. Führende Chinaexperten aus Deutschland und den USA diskutieren die Bedeutung des 4. Juni 1989 für die aktuellen Entwicklungen in China mit Kristin Shi-Kupfer, Leiterin des Programmbereichs Politik, Gesellschaft und Medien am MERICS.

Professor Perry Link von der Princeton University und Herausgeber der Tiananmen-Papers, lebte im Frühjahr 1989 in Peking. Für ihn markiert die Niederschlagung der Proteste vom 4. Juni einen Wendepunkt in der Geschichte Chinas. „Die kommunistischen Führer, die sahen, dass ihre sozialistische Ideologie jetzt nutzlos war, setzten fortan auf ungezügeltes Geldverdienen, eine enge Form des Nationalismus und die Unterdrückung freien Denkens. Diese giftige Mischung hat China an den Rand eines Abgrunds gebracht.“ Felix Lee, langjähriger China-Korrespondent der taz und von Zeit-Online, sagt: „Wohlstand statt Freiheit - 30 Jahre nach Tiananmen funktioniert diese Formel immer schlechter. China dürfte schon bald wieder vor einer Zäsur stehen".

Professorin Sandra Heep, Expertin für chinesische Wirtschaft an der Hochschule Bremen, argumentiert: “In den 30 Jahren nach den Tiananmen-Protesten hat China immense wirtschaftliche Erfolge erzielt. Heute aber wachsen mit der zunehmenden politischen Repression auch die wirtschaftlichen Risiken.” Die Panelisten sind sich einig, dass soziale Bewegungen in naher Zukunft unwahrscheinlicher geworden sind. „Es kann aber immer etwas unvorhersehbares geschehen“, gibt Professor Daniel Leese, Sinologe und Historiker an der Universität Freiburg, zu bedenken.

Jörg Wuttke über die Zukunft der EU-China Beziehungen (Englisch)

29. Mai 2019

Seit kurzer Zeit können internationale Unternehmen in China auch eigenständig Großprojekte umsetzen. BMW sicherte sich Ende 2018 erstmals eine Mehrheitsbeteiligung an einem Joint-Venture mit einem chinesischen Partner. Anfang des Jahres dann gab der Chemiekonzern BASF sein zehn Millionen Dollar-Investment für einen neuen Verbundstandort in Guangdong bekannt. China öffnet seinen Markt dort, wo es von prestigeträchtigen Partnern profitieren kann, sagt Old China Hand Jörg Wuttke, Geschäftsführer und Generalbevollmächtigter von BASF China und neugewählter Präsident der Europäischen Handelskammer in Beijing. Er spricht in der China-Lounge mit Kerstin Lohse-Friedrich und Frank N. Pieke u.a. über neue Chancen und alte Risiken in den europäisch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen sowie über den Handelsstreit zwischen China und den USA. Hören Sie den Mitschnitt der MERICS-Veranstaltung am 7. Mai 2019 im neuen Podcast.

Stephan Schütz: 20 Jahre Architektur in China

10. Mai 2019

Mit der wirtschaftlichen Öffnung Chinas entwickelte sich in den 90er Jahren ein rasanter Bauboom. Ausländische Architekturfirmen erhielten dort Möglichkeiten zu Großprojekten wie in kaum einem anderen Land. In jüngerer Zeit verändert sich das Umfeld: Präsident Xi Jinping kritisierte für „China unpassende“ Architektur und löste damit eine Debatte über eine Rückbesinnung auf eine traditionelle chinesische Bauweise aus. Stephan Schütz, Partner bei dem renommierten deutschen Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner, spricht in der „China Lounge“ mit Claudia Wessling, Leiterin Publikationen am MERICS, über seine Begegnungen mit dem chinesischen Bauhandwerk und das Abenteuer, das Beijinger Nationalmuseum umzubauen.

Chloé Froissart: “Arbeiterbewegungen sind für die KPC besonders heikel”

30. April 2019

Die chinesische Regierung verstärkt seit geraumer Zeit den Druck auf Arbeiterbewegungen. In der Industriemetropole Shenzhen wurden im Juli 2018 Mitarbeiter einer Schweißmaschinenfirma festgenommen, nachdem sie versucht hatten, eine eigene Gewerkschaft zu gründen. Viele sind bis heute in Haft. Trotz des harten Vorgehens gegen Aktivisten regt sich weiter punktuell Widerstand in der chinesischen Arbeitnehmerschaft: Die jüngsten Proteste in sozialen Medien gegen zu lange Arbeitszeiten in der Technologiebranche zeigen, dass sich Arbeitnehmer ihrer Rechte bewusst werden und schlechte Arbeitsbedingungen nicht mehr hinnehmen wollen. In diesem Podcast zum Tag der Arbeit spricht die französische Forscherin Chloé Froissart mit Claudia Wessling unter anderem über das Dilemma der offiziellen chinesischen Gewerkschaften, die Forderungen der Arbeitnehmer gerecht werden wollen - und gleichzeitig loyal zur KPC stehen müssen.

Frank Pieke: Risiken und Chancen bei der Forschungszusammenarbeit mit China

16. April 2019

Chinas wissenschaftliche und technische Fortschritte reichen von einem ambitionierten Raumfahrtprogramm bis hin zu umstrittenen Gen-Manipulationen. Aber die Forschungszusammenarbeit mit China kann Europas Wissenschaftler auch viele Vorteile bringen. Doch wo sollen sie roten Linien ziehen, wo liegen die größten Risiken? Europa war bislang naiv im Umgang mit Chinas strategischen Forschungsinteressen, sagt MERICS-Direktor Frank Pieke, Co-Autor einer neuen Studie über Forschungszusammenarbeit zwischen Europa und China. Europa müsse jetzt dringend auch in diesem Bereich seine eigene Strategie für den Umgang mit China entwickeln um seinen eigenen Interessen besser zu schützen, sagt Pieke im neuen Merics Experts Podcast.

Eine Kurzfassung der Studie auf Deutsch können Sie hier herunterladen. Die komplette Studie auf Englisch finden Sie hier.