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Regieren durch selektives Informieren

Chinas Führung ringt in Sozialen Medien um Glaubwürdigkeit

Die Explosionskatastrophe von Tianjin im August 2015 hat die Schwächen der Beijinger Krisenkommunikation offenbart: Während die ersten Berichte in den Sozialen Medien bereits wenige Minuten nach der ersten Explosion zu lesen waren, berichteten offizielle Stellen erst drei, vier Stunden später. Dieses Beispiel zeigt: Was die chinesische Öffentlichkeit über ein Ereignis erfährt und denkt, wird derzeit stärker von den sozialen Netzwerken bestimmt als von staatlich kontrollierten Medien.

Kristin Shi-Kupfer, Leiterin des Programmbereichs Politik, Gesellschaft, Medien, Senior Policy Fellow Hauke Gierow und Visiting Academic Fellow Karsten Luc argumentieren in diesem MonitorDie chinesische Führung hat erkannt, dass sie die öffentliche Meinung nicht allein durch Zensurmaßnahmen gewinnen kann. Deshalb hat sie in kurzer Zeit eine umfassende Strategie für die öffentliche Kommunikation in den Sozialen Medien entwickelt. Drei Ziele will sie damit erreichen: eine wirkungsvollere Verbreitung von Informationen, höhere Glaubwürdigkeit offizieller Informationen sowie die Beeinflussung des öffentlichen Meinungsklimas.

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Autor(en)

Hauke Gierow

Ehemaliger wissenschaftlicher Mitarbeiter und Policy Fellow