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MERICS-Analysen zum Anhören: Das bietet der Podcast von MERICS. Wissenschaftler des MERICS besprechen und analysieren Entwicklungen und Ereignisse in China. Wie ist Chinas Haltung bei den internationalen Klimaverhandlungen einzuordnen? Wie macht sich die chinesische Regierung soziale Medien zunutze? In welchem Zustand befindet sich das politische System der Volksrepublik? In den Interviews geht es um aktuelle Themen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der Volksrepublik. Auch andere China-Experten sind regelmäßig bei MERICS-Experts zu Gast.

Die Redaktion des MERICS Experts Podcasts liegt bei Ruth Kirchner.

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Reinhard Bütikofer: Im Umgang mit China Klartext reden

13. November 2018

„Fehlende Marktöffnung, nationalistische Industriepolitik, mangelnde Kooperationsbereitschaft, marktverzerrende Subventionen“ – wenn es um Chinas Wirtschaftspolitik geht, spart der grüne Europaabgeordnete Reinhard Bütikofer nicht mit Kritik. Im Handelsstreit zwischen China und den USA dürfe sich Europa gleichwohl nicht „liebesdienerisch“ den USA an den Hals werfen, warnt er. Die EU müsse ihre eigene Linie finden. Leicht ist das nicht, denn Europa müsse erst lernen, mit einer Stimme zu sprechen, so Bütikofer. „Gerade Deutschland habe lange geglaubt, ewig mit China aus einer Reisschüssel essen zu können.“ Dabei sei es wichtig, im Umgang mit China „Klartext zu reden.“ Erste Anfänge einer gemeinsamen europäischen Linie sieht der Grüne in der geplanten Zusammenarbeit beim Investitions-Screening und in Europas Antwort auf Chinas Seidenstraßen-Initiative. Reinhard Bütikofer im neuen MERICS Experts Podcast.

Stephan Scheuer und Andre Loesekrug-Pietri über „Silicon China“

6. November 2018

Ob digitales Bezahlsystem oder Künstliche Intelligenz – China drückt bei der Digitalisierung mächtig aufs Tempo. Aufstrebende IT-Firmen aus China drängen längst auf den Weltmarkt und setzen europäische High-Tech-Unternehmen zunehmend unter Druck. Warum ist „Silicon China“ so erfolgreich? Droht Europa bei der digitalen Revolution den Anschluss zu verpassen?  Darüber diskutierte Claudia Wessling, Leiterin Publikationen beim MERICS, am 31. Oktober mit dem  langjährigen China-Korrespondenten des Handelsblatts Stephan Scheuer und mit André Loesekrug-Pietri, Sprecher einer deutsch-französischen Innovationsinitiative. Eine gekürzte Fassung der „China Lounge“ jetzt als MERICS Experts Podcast. 

Matthias Stepan: Absolute Armut sinkt, soziale Ungleichheit bleibt

18. Oktober 2018

Offiziell ist die Zahl der Armen in  China in den letzten fünf Jahren um 68 Millionen gesunken. Bei der Bekämpfung der absoluten Armut hat die Volksrepublik also gewaltige Fortschritte gemacht. Sie setzt dabei auf Infrastrukturmaßnahmen, auf das Engagement von Betrieben und auf den Einsatz von IT. Aber, sagt Matthias Stepan, Leiter des Programms Innenpolitik beim MERICS, die soziale Ungleichheit ist trotz der statistischen Erfolge nicht geringer geworden. Offen ist auch, ob die Armutsbekämpfung Bestand haben wird. Denn trotz des Ausbaus der Sozialsysteme kann beispielsweise eine schwere Krankheit eine Familie auch heute noch zurück in die Armut stürzen. Hören Sie Matthias Stepan im neuen Merics Experts Podcast.

Hier finden Sie die Studie "Im Dienste des Volkes. Innovation und IT in der chinesischen Sozialpolitik“ (in englischer Sprache).

Theresa Fallon über Chinas neue Seidenstraße: „Die EU muss vorsichtig sein“

02. Oktober 2018

Als Xi Jinping 2013 seine Idee einer „neuen Seidenstraße“ vorstellte, reagierten viele Europäer zunächst positiv. Vor allem Länder in Mittel- und Südosteuropa hofften auf chinesische Investitionen in ihre Infrastruktur. Heute sieht es etwas anders aus: Weniger Projekte als erhofft wurden auf den Weg gebracht, Kritiker warnen vor wachsenden Schuldenbergen und politischer Beeinflussung durch Peking. Auch Brüssel ist aktiv geworden: Im September stellte die EU-Kommission ihre eigenen Pläne vor, um Europa und Asien besser zu vernetzen. Gleichwohl bleibe die neue Seidenstraße für Europa ein Dilemma, sagt Theresa Fallon von der Brüsseler Denkfabrik CREAS: Wie kann man mit China zusammenarbeiten ohne europäische Werte und Standards aufs Spiel zu setzen? Theresa Fallon im MERICS Experts Podcast: „Die EU muss vorsichtig sein.“

Thomas Eder über Chancen und Risiken der neuen Seidenstraße

26. September 2018

Die neue Seidenstraße, auch als Belt and Road Initiative (BRI) bekannt, wird von manchen als das größte Infrastrukturprogramm seit dem Marshallplan bezeichnet. Vor fünf Jahren wurde sie im September 2013 von Staats- und Parteichef Xi Jinping in Kasachstan angekündigt. Was steckt hinter dem Vorhaben und wie hat es sich entwickelt? Was für Projekte wurden umgesetzt? Und wer profitiert davon? Diesen und weiteren Fragen stellt sich Thomas Eder, wissenschaftlicher Mitarbeiter am MERICS und Experte für Geopolitik in Europa und Asien. Er verantwortet bei MERICS den Belt and Road Tracker, der auf der Grundlage umfangreicher Datensammlungen Fortschritt und Rückschläge der neuen Seidenstraße analysiert. BRI biete Chancen auch für deutsche Unternehmen, sagt Eder,  aber „mittel- und langfristig ist die Neue Seidenstraße eher eine Herausforderung.“

Frank N. Pieke: "Für manche in der Partei ist Xi Jinping zu weit gegangen"

10. September 2018

Jahrelang waren viele China-Beobachter überzeugt, dass die KP China am Widerspruch zwischen einem rigiden politischen System und einer dynamischen Gesellschaftsentwicklung irgendwann scheitern würde. „Aber wir haben uns alle getäuscht“, sagt der neue MERICS-Direktor Frank N. Pieke. Die KP China ist moderner, mächtiger und selbstbewusster als je zuvor, sagt er. Doch Xi Jinping, der sich als mächtigen Staats- und Parteichef feiern lässt, bekommt mittlerweile Gegenwind und dürfte mehr Schwierigkeiten als erwartet haben, sich eine dritte Amtszeit zu sichern. Die Europäer wiederum, sagt Pieke, müssten sich stärker als bisher mit den neuen Realitäten in China auseinandersetzen und mit ihren eigenen, oft divergierenden Interessen. Aus der Sicht Athens oder Duisburgs stellt sich China  anders dar als etwa von Berlin oder Paris aus, sagt er. Hören Sie Frank N. Pieke, seine Sicht auf China und seine Pläne für die Zukunft von MERICS im neuen Merics Experts Podcast.

Martha Bayles: „Hollywood setzt die Meinungsfreiheit aufs Spiel um mit China im Geschäft zu bleiben“

22. Juni 2018

Hollywood kann es sich nicht leisten den riesigen chinesischen Markt zu ignorieren. Aber eine engere Zusammenarbeit mit der chinesischen Filmindustrie ist  nicht immer einfach: Teure Koproduktionen wie „The Great Wall“ von 2016 waren weltweite Flops. In jüngster Zeit hat eine ganze Reihe von Geschäften nicht geklappt. Trotzdem will Hollywood den chinesischen Markt nicht verlieren und ist bereit zu Kompromissen mit der chinesischen Zensur: Mal werden chinesische Film-Charaktere in ein positiveres Licht gerückt, mal chinesische Bösewichte durch nordkoreanische ersetzt. „Hollywood setzt die Meinungsfreiheit aufs Spiel um mit China im Geschäft zu bleiben“, warnt die Filmkritikerin und Boston-College-Dozentin Martha Bayles. Die amerikanische Filmindustrie müsse sich der chinesischen Einflussnahme bewusster werden und klare Grenzen ziehen, argumentiert sie im neuen MERICS Experts Podcast.

Fu King-wa über „Informationskontrolle 3.0“ und Zensur in China

15.06.2018

Einfach nur Webseiten blockieren, das war gestern. Die Internetzensur in China hat sich zu einem komplexen System der Informationskontrolle entwickelt, sagt Professor Fu King-wa vom Journalism and Media Studies Centre an der University of Hong Kong. Fu hat Methoden entwickelt, mit denen sich nachverfolgen lässt, was im chinesischen Internet gelöscht wird. Seine Forschung zeigt: Zensur und Informationskontrolle gehen über politische Themen weit hinaus. Der Raum für freie Meinungsäußerungen sei deprimierend klein. Aber die #MeToo-Debatte in China zeige auch, dass die Behörden nicht alles unterdrücken können. Fu King-wa im neuen MERICS Experts Podcast.
 

Didi Kirsten Tatlow: „Chinas Kinder brauchen mehr Zeit zum Spielen“

5. Juni 2018

Das chinesische Schulsystem ist hart: Auswendiglernen und endlose Prüfungen prägen den Alltag. Aber die chinesische Führung will das ändern – zumindest will sie die Klassenzimmer kreativer machen. Das ist nicht einfach, sagt MERICS Visiting Academic Fellow Didi Kirsten Tatlow, die viele Jahre für die „New York Times“ aus China berichtet hat. China hat andere Vorstellungen von Kreativität und sieht darin vor allem ein Instrument für mehr Innovation. Damit Kinder aber wirklich kreative Erwachsene werden, brauchen sie mehr Zeit zum Spielen und mehr Freiheit, ihre eigenen Ideen zu entwickeln, sagt Tatlow. Nicht einfach in einem Land, in dem autoritäres Denken sowohl in der Kommunistischen Partei wie auch in der Kultur verwurzelt ist. Hören Sie Didi Kirsten Tatlow im neuen MERICS Experts Podcast.

Johnny Erling: „Zurzeit ist alles auf Kontrolle ausgerichtet“

29. Mai 2018

Als Johnny Erling 1975 erstmals nach China ging, regierte Mao Zedong noch das Land. Über vier Jahrzehnte später ist Erling immer noch in China und berichtet für „Die Welt“ und den österreichischen „Standard“. In der MERICS China Lounge am 3. Mai berichtete Erling im Gespräch mit Claudia Wessling, Leiterin der Kommunikation am MERICS, wie er Anfang der 80er Jahre am Pekinger Marx-Engels-Institut Tatort-Filme zeigte, warum man auf Bauernmärkten die besten Gesprächspartner findet, warum die staatliche Kontrolle heute oft strenger ist als früher und warum Pekinger Parkplatzwächter trotz Digitalisierung immer noch mit Block und Bleistift unterwegs sind. Hören Sie eine gekürzte Fassung der Veranstaltung im MERICS Experts Podcast.